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HĂŒftprothese: Wann man sich operieren lassen sollte und wie die Genesung verlĂ€uft

Anatomisches Modell der HĂŒfte in einer orthopĂ€dischen Sprechstunde

Warum die HĂŒfte schmerzt, was vor einer HĂŒft-OP möglich ist, wann eine HĂŒftprothese angezeigt ist und wie die Genesung Woche fĂŒr Woche verlĂ€uft.

Die HĂŒfte ist das Gelenk, das bei jedem Schritt das Körpergewicht trĂ€gt, und wenn der Knorpel, der sie ĂŒberzieht, verschleißt, werden Gehen, Treppensteigen oder schon das Anziehen der Socken zum Problem. Die gute Nachricht: Die meisten Menschen mit HĂŒftschmerzen mĂŒssen nicht operiert werden, und wenn eine Operation die richtige Wahl ist, gehört die HĂŒftprothese zu den Eingriffen mit den besten Ergebnissen der gesamten Medizin.

In diesem Artikel erklĂ€ren wir, was hinter HĂŒftschmerzen steckt, was man tun kann, bevor man an den OP-Saal denkt, wann eine kĂŒnstliche HĂŒfte sinnvoll ist und wie die Genesung wirklich verlĂ€uft.

Warum die HĂŒfte schmerzt

Die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr HĂŒftschmerzen bei Erwachsenen ist die Arthrose: der fortschreitende Verschleiß des Knorpels, der dafĂŒr sorgt, dass sich der Oberschenkelkopf geschmeidig im Becken drehen kann. Sie tritt meist ab 50 oder 60 Jahren auf, kann aber frĂŒher beginnen, wenn die HĂŒfte eine Form hat, die dafĂŒr anfĂ€llig macht (Dysplasie, femoroazetabulĂ€res Impingement), oder nach einem Bruch oder einer frĂŒheren Erkrankung.

Weitere Ursachen, die wir in der Sprechstunde sehen:

  • AvaskulĂ€re Nekrose des HĂŒftkopfes: Der Knochen verliert seine Blutversorgung und bricht ein. HĂ€ufiger bei jĂŒngeren Menschen, manchmal im Zusammenhang mit einer langen Kortisonbehandlung.
  • EntzĂŒndliche Arthritiden wie die rheumatoide Arthritis.
  • HĂŒftfrakturen bei Ă€lteren Menschen mit Osteoporose, die fast immer eine dringende Operation erfordern.
  • Tendinopathien und SchleimbeutelentzĂŒndungen an der Außenseite der HĂŒfte, die beim Liegen auf dieser Seite schmerzen und mit dem Gelenk selbst nichts zu tun haben.

Der Schmerz bei HĂŒftarthrose hat eine Besonderheit: Er ist oft in der Leiste oder an der Vorderseite des Oberschenkels zu spĂŒren und nicht an der Außenseite. HĂ€ufig strahlt er auch ins Knie aus, weshalb manche Menschen wegen des Knies zum Arzt gehen, obwohl das Problem weiter oben liegt. Deshalb ist die Untersuchung beim ersten Termin genauso wichtig wie das Röntgenbild.

Wie die Diagnose gestellt wird

In der Sprechstunde wird die Beweglichkeit der HĂŒfte untersucht, geprĂŒft, welche Bewegungen den Schmerz auslösen, und beurteilt, wie die Person geht. Ein einfaches Röntgenbild reicht fast immer aus, um die Arthrose zu bestĂ€tigen und ihren Schweregrad zu erkennen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) bleibt bestimmten FĂ€llen vorbehalten: Verdacht auf eine Nekrose, Verletzungen des Labrums bei jĂŒngeren Menschen oder wenn das Röntgenbild den Schmerz nicht erklĂ€rt.

Gut zu wissen: Der Verschleißgrad auf dem Röntgenbild stimmt nicht immer mit den Beschwerden ĂŒberein. Es gibt stark abgenutzte HĂŒften, die wenig stören, und HĂŒften mit mĂ€ĂŸigen VerĂ€nderungen, die den Alltag stark einschrĂ€nken. Die Entscheidung ĂŒber die Behandlung richtet sich danach, wie es der Person geht, nicht nur nach dem Bild.

Konservative Behandlung: fast immer der erste Schritt

Außer bei BrĂŒchen und bei sehr fortgeschrittener Arthrose mit starker EinschrĂ€nkung beginnt die Behandlung ohne Operation. Und fĂŒr viele Menschen bleibt das ĂŒber Jahre die ganze Behandlung.

Bewegung und Gewichtskontrolle

Das ist die Maßnahme mit der besten Evidenz. Eine KrĂ€ftigung der GesĂ€ĂŸ- und Oberschenkelmuskulatur entlastet das Gelenk und verbessert die StabilitĂ€t beim Gehen. Radfahren auf dem Heimtrainer, Schwimmen oder Übungen im Wasser ermöglichen Bewegung, ohne die HĂŒfte zu strapazieren. Jedes Kilo weniger verringert die Last, die das Gelenk bei jedem Schritt trĂ€gt.

Medikamente

Schmerzmittel und entzĂŒndungshemmende Medikamente helfen, die Phasen mit stĂ€rkeren Schmerzen in den Griff zu bekommen, stets nach Ă€rztlicher Anweisung und so kurz wie möglich, vor allem bei Ă€lteren Menschen oder bei Magen-, Nieren- oder Herzproblemen.

Gelenkerhaltende Operation bei jĂŒngeren Menschen

Wenn HĂŒftschmerzen bei einem jungen Menschen durch eine Formabweichung entstehen (femoroazetabulĂ€res Impingement, Labrumverletzung), lĂ€sst sich diese mit einer HĂŒftarthroskopie korrigieren, bevor der Knorpel Schaden nimmt. Das ist keine Behandlung einer bereits bestehenden Arthrose, sondern ein Versuch, sie zu verhindern.

Wann ist eine HĂŒftprothese sinnvoll?

Ob eine HĂŒftprothese angezeigt ist, entscheiden weder das Röntgenbild noch das Alter, sondern das Zusammenspiel von drei Faktoren:

  • Der Schmerz schrĂ€nkt den Alltag ein: kurze Strecken gehen, schlafen, sich anziehen, arbeiten.
  • Die konservative Behandlung reicht nicht mehr aus, obwohl sie konsequent und ĂŒber einen angemessenen Zeitraum durchgefĂŒhrt wurde.
  • Das Röntgenbild bestĂ€tigt einen Verschleiß, der den Eingriff rechtfertigt.

Wer zu frĂŒh operiert wird, unterzieht sich einem Eingriff, der vielleicht noch gar nicht nötig war. Wer zu spĂ€t operiert wird, mit stark geschwĂ€chter Muskulatur und viel verlorener Beweglichkeit, erholt sich langsamer. Den richtigen Zeitpunkt legen OrthopĂ€de und Patient gemeinsam fest, mit klaren Informationen darĂŒber, was man erwarten kann.

Wie eine HĂŒftprothese funktioniert

Die HĂŒft-Totalendoprothese (HĂŒft-TEP) ersetzt beide GelenkflĂ€chen: Der Oberschenkelkopf wird durch einen Kopf auf einem Schaft ersetzt, der im Knochen verankert wird, und die Gelenkpfanne im Becken (das Azetabulum) durch eine Pfannenschale mit einem Inlay, in dem sich der neue Kopf dreht. Die heutigen Materialien (Metall, Keramik und hochfestes Polyethylen) sind darauf ausgelegt, Jahrzehnte zu halten.

Der Eingriff dauert ein bis zwei Stunden und wird meist in SpinalanĂ€sthesie (BetĂ€ubung von der Taille abwĂ€rts) mit Sedierung durchgefĂŒhrt. Es gibt mehrere operative ZugĂ€nge (hinterer, seitlicher, vorderer), und jeder hat seine Vorteile und erfordert eigene Vorsichtsmaßnahmen; der Chirurg wĂ€hlt den Zugang, der am besten zum jeweiligen Fall und zu seiner Erfahrung passt.

Bricht die HĂŒfte bei einem Ă€lteren Menschen durch einen Oberschenkelhalsbruch, wird manchmal eine Teilprothese eingesetzt, die nur den HĂŒftkopf ersetzt. Das ist eine andere, dringliche Operation mit eigenem Ablauf.

Wie verlĂ€uft die Genesung nach der HĂŒft-OP?

Das ist die Frage, die am meisten beschĂ€ftigt, und die Antwort ĂŒberrascht meist positiv.

  • Noch am selben Tag oder am Tag danach beginnt man mit Gehwagen oder KrĂŒcken zu gehen, unterstĂŒtzt vom Physiotherapeuten.
  • Die KrĂŒcken werden nach etwa vier bis sechs Wochen nach und nach weggelassen, je nach Kraft und Gleichgewicht der jeweiligen Person.
  • Die vollstĂ€ndige funktionelle Genesung liegt zwischen drei und sechs Monaten, die Linderung der Arthroseschmerzen spĂŒrt man aber schon viel frĂŒher.

In den ersten Wochen sind einige Vorsichtsmaßnahmen nötig, damit die Prothese nicht luxiert (der Kopf also nicht aus der Pfanne springt). Sie hĂ€ngen vom gewĂ€hlten Zugang ab, und das Team erklĂ€rt sie vor der Entlassung: im Allgemeinen die HĂŒfte nicht stark beugen, die Beine nicht ĂŒbereinanderschlagen und den Körper nicht bei feststehendem Fuß drehen.

Mit einer gut verheilten HĂŒftprothese kann man unbegrenzt gehen, schwimmen, Rad fahren, Golf spielen oder tanzen. Sportarten mit wiederholten Stoßbelastungen (Langstreckenlauf, SprĂŒnge) werden nicht empfohlen, weil sie den Verschleiß des Implantats beschleunigen.

Risiken und wie lange eine HĂŒftprothese hĂ€lt

Wie jede grĂ¶ĂŸere Operation birgt die HĂŒftprothese Risiken, die selten sind, die man aber kennen sollte: Infektion der Prothese, Luxation, Venenthrombose (der mit Medikamenten und frĂŒher Mobilisation vorgebeugt wird), ein kleiner LĂ€ngenunterschied zwischen den Beinen und langfristig eine Lockerung oder ein Verschleiß des Implantats. Das individuelle Risiko hĂ€ngt von Alter, Gewicht, weiteren Erkrankungen und dem Zustand der Muskulatur ab und wird vor der Entscheidung beurteilt.

Die Endoprothesenregister mehrerer LĂ€nder zeigen, dass die große Mehrheit der HĂŒftprothesen nach fĂŒnfzehn oder zwanzig Jahren noch funktioniert. Lockert sich eine Prothese mit der Zeit oder verschleißt sie, kann sie gewechselt werden, auch wenn dieser zweite Eingriff komplexer ist als der erste.

Wenn Ihre HĂŒfte schmerzt

HĂŒftschmerzen, die lĂ€nger als ein paar Wochen anhalten, Sie nachts aufwecken oder bereits bestimmen, was Sie tun können, sollten Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden. In der Abteilung fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie von RincĂłn Salud untersuchen wir jeden Fall körperlich und mit Röntgendiagnostik direkt im Zentrum und planen die Behandlung Schritt fĂŒr Schritt: zuerst konservativ und die Operation nur dann, wenn sie fĂŒr diese Person die beste Option ist. Sie können bei unserem Team einen Termin vereinbaren.

HĂ€ufig gestellte Fragen

Bin ich zu alt fĂŒr eine Operation?

Das Alter allein spricht nicht gegen eine Prothese. Entscheidend ist der allgemeine Gesundheitszustand. Auch Menschen ĂŒber 80, denen die Schmerzen ein selbststĂ€ndiges Leben unmöglich machen, werden mit guten Ergebnissen operiert.

Und zu jung?

Bei jĂŒngeren Menschen versucht man zunĂ€chst, die Alternativen auszuschöpfen, denn eine Prothese, die mit 45 Jahren eingesetzt wird, muss wahrscheinlich irgendwann gewechselt werden. Wenn die HĂŒfte aber zerstört ist und das Leben stillsteht, hat Warten keinen Sinn.

Werde ich die Prothese spĂŒren?

Die meisten Menschen vergessen, dass sie eine haben. Manche spĂŒren eine gewisse Steifigkeit beim Aufstehen oder leichte Beschwerden bei Wetterwechsel, die sie aber nicht einschrĂ€nken.

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